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02.2012 Literarische Sensation im Februar

 

Buchpremiere "Parallelgeschichten" von Péter Nádas

Péter Nádas (Copyright: Barna Burger)

Ein Opus Magnum aus Ungarn, der Jahrhundert-Roman Parallelgeschichten von Péter Nádas erscheint am 16. Februar in der Übersetzung von Christina Viragh beim Rowohlt Verlag.
Die Termine und eine Leseprobe finden Sie am Seitenende.

 

Als die Parallelgeschichten 2005 in Ungarn erschienen, wurden sie als ein "Krieg und Frieden des 21. Jahrhunderts" begrüßt.
1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Joggen im Berliner Tiergarten eine Leiche. Mit dieser kriminalistischen Szene beginnt der Roman, eröffnet zugleich aber auch die weitgespannte Suche nach dem düsteren Geheimnis einer Familie. Es ist die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft werden. Die historischen Markierungen sind die ungarische Revolution 1956, die nachrevolutionäre Zeit, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 und die Vorkriegszeit der dreißiger Jahre in Berlin.

Der Roman entwirft ein Panorama europäischer Geschichte, in einer überwältigenden Fülle von Geschichten, die keine realistische Konstruktion zu einer Story vereinen könnte. Die eine große Metaerzählung des Romans jedoch bilden die Geschichten der Körper, die für Nadas zum Schauplatz der Ereignisse werden. Der männliche und weibliche Körper und seine Sexualität prägen die Lebenswirklichkeit der Personen, sie sind das "glühende Magma", das "in der Tiefe ihrer Seele oder ihres Geistes ruhende Zündmaterial", das die Parallelgeschichten zur Explosion bringt.

"Even during the finest passages of "Parallel Stories," the pleasures tend to be more intellectual than emotional: finally finding a connection between one character and another; understanding how a particular scene links to one hundreds of pages earlier; discovering recurring themes and motifs; and simply admiring Mr. Nadas‟s immense knowledge, stylistic mastery and admirable, if stubborn, resistance to traditional structure." The New York Times

"Most novelists have to die to leave behind their unfinished cathedrals. Think of Kafka, consigning his conclusionless books to the fire. Think of Robert Musil, who struggled with an epilogue to The Man Without Qualities, producing instead a second volume that sprawls next to the first like a chapel abandoned when the money ran out. Not many writers manage to make, or even aspire to make, that conscious perfect ruin. But with Parallel Stories, which will be published here this November, Hungarian Péter Nádas has done just that: He's completed, or rather incompleted, an ornate secular monstrosity that must rank as one of his country's strangest, most ambitious literary achievements." The New York Magazine

 

Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh
Rowohlt Verlag, Reinbek 2012
1728 Seiten, gebunden Euro 39,95
Erscheint am 16. Februar 2012

 

Lesungen:

13. Februar, 20:00
Deutsches Theater Berlin

http://www.deutschestheater.de/spielplan/extras/parallelgeschichten/

23. Februar, 20:00
Literarisches Colloquium Berlin
Studio LCB mit: Péter Nádas, Tilman Krause, Joachim Sartorius. Moderation: Maike Albath
Mehr Informationen: www.lcb.de
(Sendetermin im Deutschlandfunk am 25.2., 20:05)

 

Leseprobe:

http://www.perlentaucher.de/artikel/7326.html

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